Heute schreibe ich mal zu einem Thema, welches nicht unbedingt die Medien beherrscht, wie vielleicht andere Dinge. In den vergangenen Jahren habe ich hin und wieder mal Bürgeranfragen bekommen, worin sich Bürgerinnen und Bürger beschweren, dass der Lärmpegel, welcher durch spielende Kinder auf angrenzenden Spielplätzen entsteht, viel zu hoch sei. Die Kommune müsse dagegen etwas unternehmen und ich als Bundestagsabgeordnete auch.
Wie würden Sie so etwas bewerten? Zunächst kann man auch verschiedene Gerichtsurteile verweisen, die bestätigt haben, dass Kinderlärm nicht als „Belästigung“ gilt. Okay, es bleibt die Frage, zu welchen Uhrzeiten der Lärm entsteht. Aber ich bin mir sicher, dass Kinder eher nicht nachts auf dem Spielplatz spielen.
Daraus lässt sich aber eine aus meiner Sicht viel wichtigere Frage ableiten: Wie halten wir es mit unseren Kindern? Wie weit ist eine Gesellschaft gekommen, in der Einzelne Kinder als „Störfaktoren“ empfinden und dann noch den Rechtsweg deswegen einschlagen?
Natürlich sind wir ein Rechtsstaat und jeder kann frei darüber entscheiden, ob und welche Rechtsmittel er zur Durchsetzung seines Rechtes einsetzen will.
Allein aus demographischen Überlegungen heraus, müssen wir uns aber schon fragen, wie wir als Gesellschaft mit Kindern und deren Familien umgehen wollen. Der Umstand, dass die Geburtenrate in Deutschland niedrig ist, hat nicht nur finanzielle Gründe. Klar, Ehepaare, die sich entscheiden, Kinder zur Welt zu bringen, müssen auch bedenken, dass man einige finanzielle Ressourcen benötigen wird. Das alleine sind aber nicht die Gründe, die zu solch einer Entscheidung führen.
Politik, Gesellschaft, Wirtschaft – eigentlich alle – müssen ein Gefühl verbreiten, dass es wichtig und richtig ist, dass Kinder geboren werden und dies auch als positiv aufnehmen. Das ist leider nicht an allen Stellen so. Aber wir müssen daran arbeiten. Die deutsche Bevölkerung schrumpft. Wenige Wissenschaftler haben dieses Problem schon vor langer Zeit erkannt, hören wollte freilich niemand auf diejenigen. Heute weiß man, dass es besser gewesen wäre, zuzuhören.
Also: Kinder sind etwas positives. Und wenn die dann auch noch in der eigenen Nachbarschaft spielen und fröhlich sind, sollte man dies genießen. Und wo es wirklich mal stört, erst einmal miteinander sprechen.
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