Wenn ein Politiker nicht zurücktritt, heißt es:
„Der klebt aber an seinem Amt. Der will nicht von der Macht lassen, der will nur weiter Kohle scheffeln.“
Wenn ein Politiker doch zurücktritt, bekommt er zu hören:
„Er stiehlt sich aus der Verantwortung. Das muss aber noch mehr dahinter stecken. Der will doch bloß seine sowieso viel zu hohe Pension genießen.“
Wie man es macht, ist es verkehrt.
Natürlich können Rücktritte verschieden zu kommentieren sein. Sie können verspätet kommen, sie können zur Unzeit kommen. Sie können notwendig sein, sie können aber auch persönlicher Entscheidung entspringen.
Es wird über ihre Ursachen spekuliert. Amtsmüdigkeit, mangelndes Durchhaltevermögen, Verstoß gegen Handlungsgebote, die Unmöglichkeit vom Wähler noch geliebt zu werden, was kann nicht alles hinter einem Rücktritt stecken.
Und auch wenn wir geradezu von einer Rücktrittswelle (wird das Wort 2010: Rücktritt?) überschwemmt zu werden scheinen, möchte ich gerne einen Schritt zurück machen (nicht zurücktreten).
Ein Rücktritt ist auch immer eine private Lebensentscheidung, die nichts mit dem öffentlichen Amt zu tun hat. Und diese private Entscheidung zumindest hat niemand zu werten oder zu kommentieren.
Und wenn mit jedem Rücktritt sogleich das Ende der CDU behauptet und der weitere Niedergang der Koalition angeprangert wird:
Wenn die Koalition platzt, liegt das nicht an den Rücktritten von CDU-Politiker, sondern an der Unfähigkeit der Koalitionäre, Kompromisse miteinander zu finden.
Der Rücktritt von Ole von Beust: vielleicht einmal nicht kommentieren, sondern einfach akzeptieren.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen