Was heißt konservativ?
Lateinisch conservare heißt: Erhalten, Bewahren. Insofern ist die Koalition tatsächlich konservativ. Sie bewahrt sich ihren Streit.
Polemik beiseite.
Gegen Konservatismus ist nicht grundsätzlich etwas einzuwenden. Wir alle sind mehr oder weniger konservativ angelegt. Wir alle wollen etwas bewahren. Ich will mir mein Glück mit meiner Familie bewahren, wir wollen unsere Arbeitsplätze bewahren.
Aber genau deshalb ist Konservatismus für sich genommen keine Politikrichtung. Denn in dem, was wir bewahren, aber auch in dem, was wir ändern wollen, unterscheiden wir uns. Die Politik, die wir machen liegt also nicht im Bewahren oder Verändern sondern in der Wahl dessen, was wir bewahren oder verändern wollen.
Ich will soziale Ungerechtigkeiten verändern. Ich will den sozialen Stand, den sich viele Menschen in der Bundesrepublik erarbeitet haben, für diese als Mindestmaß bewahren. Ich will unser Land vor einem Atomunfall bewahren, ich will aber nicht Atomkraftwerke bewahren.
Wenn Kreise in CDU und CSU davon sprechen, sie wollen konservativer sein, meinen sie damit nicht, dass sie mehr Dinge bewahren wollen, sie meinen, dass sie bestimmte Dinge bewahren wollen. Sie wollen damit das Bild der Frau am Herd bewahren (Verstehen Sie mich nicht falsch, dies soll jede Frau in ihrer Beziehung selbst entscheiden, was sie in der Beziehung machen möchte), ich möchte aber nicht das Bild bewahren, dass eine Hausfrauenehe besser ist. CDU/CSU wollen Besitzstände bewahren, ich möchte, dass es allen besser geht.
Konservativ sein ist nichts schlechtes.
Vom Konservatismus, wie ihn Teile von CDU/CSU verstehen, möchte ich hingegen nichts wissen.
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